Warum dieser Blog wieder lebt

Die stil(l)echte Plauderecke (damals noch unter anderem Namen) ist eine Facebookgruppe, die ich schon lange und gerne nutze. Anfangs las ich nur mit: hatte einen Kinderwunsch, aber war noch weit vom positiven Schwangerschaftstest entfernt.

Dort waren Frauen, die ihre Kinder länger als 6 Monate stillten.

Dort lernte ich viel übers stillen und von Stillproblemen, die ohne falsche Beratung nie entstanden wären.

Dort las ich vom Familienbett und dass das tatsächlich ein “Konzept” ist und mehr als Faulheit der Eltern dahintersteckt.

Dort las ich immer wieder “wir benutzen unseren Kinderwagen nie”, weswegen ich entschied nur ein Tragetuch zu besorgen und die Kaufoption des Kinderwagens auf nach der Geburt zu verschieben.

Dort las ich zum ersten Mal in meinem Leben die Begriffe “bedürfnisorientiert”, “abhalten”, “BLW” und “VBAC” und konnte mich damit so gut identifizieren.

Plötzlich begannen alle Gefühle und Überzeugungen in mir Namen zu bekommen, mit Argumenten untermauert zu werden und letztlich sollten sie ihre Umsetzung finden. Es gibt noch ein paar andere Facebookgruppen, in denen ich gerne bin. Aber diese Gruppe gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsgruppen. Dort schreibe ich hinein, wenn ich unsicher bin und dort finde ich Bestärkung, wenn doch mal jemand einen Samen des Zweifels in mir säht.

Und vorallem schreibe ich dort hinein, wenn ich mich von der restlichen Welt nicht verstanden fühle, wenn einfach mal alles doof ist und bis auf ein bisschen Humor und einen Funken vertrauen alles in einem grauen Nebel liegt. Dann, wenn man spüren möchte, dass es auch noch andere Menschen gibt, denen es genauso geht, die ähnliche Überzeugungen haben, die auch einmal an ihren Grenzen stehen und die durch Empathie und Liebe inspirieren.

Zu meiner großen Überraschung scheinen diese Dinge aber gern gelesen zu werden: pure Emotion, nüchterne Betrachtung, einfach Dinge aus dem Leben, Begegnungen im Alltag. Es scheint nicht nur mir so zu gehen, dass wir uns durch die Menschen im (eigentlich) anonymen Internet begleitet und verstanden fühlen. Man lernt einander immer mehr kennen. Liest von manchen Menschen sehr gerne und es ist fast so, als würden wir ein kleines Dorf des Austausches schaffen. In dem wir einander nachbarschaftlich helfen und unterstützen, inspirieren, zuhören und auch mal ehrlich und klar auf Missstände hinweisen.

Aus diesem kleinen Dorf ertönten ein paar Stimmen, dass ich einen Blog oder ein Buch schreiben soll über das Leben als Mama mit allem was eben dazugehört: Die Höhen und Tiefen. Die Familie. Die Gesellschaft. Einfach das Leben. Und ich weiß noch nicht was daraus wird. Ich weiß nur, dass es mir gerade Freude bereitet und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn meine Worte und Gedanken ein positives Gefühl bei anderen auslösen konnten. Und solange wir uns gegenseitig positive Gefühle schenken können: Lasst es uns doch tun!

Diese Gruppe, die ich einst betrat um zu träumen, wie es wohl wäre Mama zu sein ist jetzt, wo ich Mama bin, dafür verantwortlich, dass ich diesen Blog hier wieder mit Leben fülle. Ich danke euch dafür!

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