Ein “übler” Tag

Gestern ruft Kais Vater an: Er möchte gerne seinen Geburtstag mit uns feiern. Morgen natürlich. Es gibt Pizza. Theoretisch gern, aber das sind wieder insgesamt 6 Stunden Bahnfahren. 3 Stunden pro Strecke. Und Montag ist um 8.00 Uhr Uni. Und das, wo wir doch gerade erst eine anstrengende Bahnfahrt hinter uns haben. Das ist zu viel. Also entscheiden wir uns dafür, dass Kai alleine fährt.

Eigentlich war heute ein entspannter Tag auf dem Bauernhof geplant, da der Demeter Hof hier in der Nähe Hoffest hat. Doch dann übergibt Noah sich. Und wir können nirgendwo hin. Nichtmal zum Hoffest. Und Kai ist in der Uni und auf dem Weg zu seinem Vater. Und dann übergebe ich mich. Und bin völlig fertig und Noah natürlich wieder fit. Warum kann er nicht auch mit mir im Bett vegetieren? Nicht, dass ich ihm das wünschen würde, aber es würde so viel erleichtern. Also stehe ich auf, stelle die Kiste mit den Pfandflaschen und den Papiermüll ins Wohnzimmer. Schnappe mir eine Rolle Küchenpapier und lege mich aufs Sofa. Eine Stunde räumt er jetzt Müll und Pflaschen ein und aus und ich nutze die Zeit und ruhe mich aus. Mir geht es immernoch bescheiden. Also rufe ich den Papa an und bitte ihn zurückzukommen. Leider war er noch nicht dort angekommen. War ja klar. Ließ sich aber nicht davon abbringen zurückzufahren. Ich reiche meinem quengelnden Sohn die Küchenrolle. Ich habe 15 Minuten bis sie abgerollt ist. Die Augen mache ich besser zu, denn mein Wohnzimmer gleicht einem Messi-Haushalt. Wenn es klingelt werde ich die Tür nicht aufmachen, nur dass das klar ist!

Kai kommt um halb 6 hier an, bis dahin muss ich die Zeit überstehen. Das schaffe ich, denke ich, stelle die Tastensperre am Festnetz ein und reiche meinem Sohn den Hörer. 10 Minuten hat er darauf herumgedrückt. Ganze 10 Minuten, als das reale Klingeln des Telefons einen Schreikrampf bei ihm auslöst. Wer auch immer da dran ist, bekommt keine Weihnachtskarten mehr! Ich gucke auf das Telefon und versuche das Gespräch anzunehmen. Natürlich bekomme ich das Telefonat nicht angenommen, die Tastensperre ist ja drin. Naja, das geht bestimmt auch mit Tastensperre. Nur eben nicht bei mir.

Ich gehe ins Bad, hole den Wäschekorb und stelle Noah auch noch den zur Verfügung. Wenn ihr das sehen könntet: Überall Papiermüll, die abgerollte Küchenrolle, Pfandflaschen und Wäsche. Alles gemischt in unserem Wohnzimmer. Zwischendurch guckt ein halb ertrunkenes Kuscheltier hervor. Und mein Sohn? Der macht gerade die unteren Küchenschränke auf. Egal. Ich mache jetzt einfach die Augen zu. Und ich bete. Dass das Ausräumen der Küchenschränke bis halb 6 dauert. Und dass Kai beim Betreten der Wohnung keinen Zusammenbruch bekommt.

Da kam er also und räumte ohne einen negativen Kommentar das Chaos auf, beschäftigte Noah, während ich entspannen konnte. Es ist schade, dass er nicht auf die Feier konnte, aber ich bin froh, dass er da ist.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.