Warum dieser Blog wieder lebt

Die stil(l)echte Plauderecke (damals noch unter anderem Namen) ist eine Facebookgruppe, die ich schon lange und gerne nutze. Anfangs las ich nur mit: hatte einen Kinderwunsch, aber war noch weit vom positiven Schwangerschaftstest entfernt.

Dort waren Frauen, die ihre Kinder länger als 6 Monate stillten.

Dort lernte ich viel übers stillen und von Stillproblemen, die ohne falsche Beratung nie entstanden wären.

Dort las ich vom Familienbett und dass das tatsächlich ein “Konzept” ist und mehr als Faulheit der Eltern dahintersteckt.

Dort las ich immer wieder “wir benutzen unseren Kinderwagen nie”, weswegen ich entschied nur ein Tragetuch zu besorgen und die Kaufoption des Kinderwagens auf nach der Geburt zu verschieben.

Dort las ich zum ersten Mal in meinem Leben die Begriffe “bedürfnisorientiert”, “abhalten”, “BLW” und “VBAC” und konnte mich damit so gut identifizieren.

Plötzlich begannen alle Gefühle und Überzeugungen in mir Namen zu bekommen, mit Argumenten untermauert zu werden und letztlich sollten sie ihre Umsetzung finden. Es gibt noch ein paar andere Facebookgruppen, in denen ich gerne bin. Aber diese Gruppe gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsgruppen. Dort schreibe ich hinein, wenn ich unsicher bin und dort finde ich Bestärkung, wenn doch mal jemand einen Samen des Zweifels in mir säht.

Und vorallem schreibe ich dort hinein, wenn ich mich von der restlichen Welt nicht verstanden fühle, wenn einfach mal alles doof ist und bis auf ein bisschen Humor und einen Funken vertrauen alles in einem grauen Nebel liegt. Dann, wenn man spüren möchte, dass es auch noch andere Menschen gibt, denen es genauso geht, die ähnliche Überzeugungen haben, die auch einmal an ihren Grenzen stehen und die durch Empathie und Liebe inspirieren.

Zu meiner großen Überraschung scheinen diese Dinge aber gern gelesen zu werden: pure Emotion, nüchterne Betrachtung, einfach Dinge aus dem Leben, Begegnungen im Alltag. Es scheint nicht nur mir so zu gehen, dass wir uns durch die Menschen im (eigentlich) anonymen Internet begleitet und verstanden fühlen. Man lernt einander immer mehr kennen. Liest von manchen Menschen sehr gerne und es ist fast so, als würden wir ein kleines Dorf des Austausches schaffen. In dem wir einander nachbarschaftlich helfen und unterstützen, inspirieren, zuhören und auch mal ehrlich und klar auf Missstände hinweisen.

Aus diesem kleinen Dorf ertönten ein paar Stimmen, dass ich einen Blog oder ein Buch schreiben soll über das Leben als Mama mit allem was eben dazugehört: Die Höhen und Tiefen. Die Familie. Die Gesellschaft. Einfach das Leben. Und ich weiß noch nicht was daraus wird. Ich weiß nur, dass es mir gerade Freude bereitet und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn meine Worte und Gedanken ein positives Gefühl bei anderen auslösen konnten. Und solange wir uns gegenseitig positive Gefühle schenken können: Lasst es uns doch tun!

Diese Gruppe, die ich einst betrat um zu träumen, wie es wohl wäre Mama zu sein ist jetzt, wo ich Mama bin, dafür verantwortlich, dass ich diesen Blog hier wieder mit Leben fülle. Ich danke euch dafür!

Ein “übler” Tag

Gestern ruft Kais Vater an: Er möchte gerne seinen Geburtstag mit uns feiern. Morgen natürlich. Es gibt Pizza. Theoretisch gern, aber das sind wieder insgesamt 6 Stunden Bahnfahren. 3 Stunden pro Strecke. Und Montag ist um 8.00 Uhr Uni. Und das, wo wir doch gerade erst eine anstrengende Bahnfahrt hinter uns haben. Das ist zu viel. Also entscheiden wir uns dafür, dass Kai alleine fährt.

Eigentlich war heute ein entspannter Tag auf dem Bauernhof geplant, da der Demeter Hof hier in der Nähe Hoffest hat. Doch dann übergibt Noah sich. Und wir können nirgendwo hin. Nichtmal zum Hoffest. Und Kai ist in der Uni und auf dem Weg zu seinem Vater. Und dann übergebe ich mich. Und bin völlig fertig und Noah natürlich wieder fit. Warum kann er nicht auch mit mir im Bett vegetieren? Nicht, dass ich ihm das wünschen würde, aber es würde so viel erleichtern. Also stehe ich auf, stelle die Kiste mit den Pfandflaschen und den Papiermüll ins Wohnzimmer. Schnappe mir eine Rolle Küchenpapier und lege mich aufs Sofa. Eine Stunde räumt er jetzt Müll und Pflaschen ein und aus und ich nutze die Zeit und ruhe mich aus. Mir geht es immernoch bescheiden. Also rufe ich den Papa an und bitte ihn zurückzukommen. Leider war er noch nicht dort angekommen. War ja klar. Ließ sich aber nicht davon abbringen zurückzufahren. Ich reiche meinem quengelnden Sohn die Küchenrolle. Ich habe 15 Minuten bis sie abgerollt ist. Die Augen mache ich besser zu, denn mein Wohnzimmer gleicht einem Messi-Haushalt. Wenn es klingelt werde ich die Tür nicht aufmachen, nur dass das klar ist!

Kai kommt um halb 6 hier an, bis dahin muss ich die Zeit überstehen. Das schaffe ich, denke ich, stelle die Tastensperre am Festnetz ein und reiche meinem Sohn den Hörer. 10 Minuten hat er darauf herumgedrückt. Ganze 10 Minuten, als das reale Klingeln des Telefons einen Schreikrampf bei ihm auslöst. Wer auch immer da dran ist, bekommt keine Weihnachtskarten mehr! Ich gucke auf das Telefon und versuche das Gespräch anzunehmen. Natürlich bekomme ich das Telefonat nicht angenommen, die Tastensperre ist ja drin. Naja, das geht bestimmt auch mit Tastensperre. Nur eben nicht bei mir.

Ich gehe ins Bad, hole den Wäschekorb und stelle Noah auch noch den zur Verfügung. Wenn ihr das sehen könntet: Überall Papiermüll, die abgerollte Küchenrolle, Pfandflaschen und Wäsche. Alles gemischt in unserem Wohnzimmer. Zwischendurch guckt ein halb ertrunkenes Kuscheltier hervor. Und mein Sohn? Der macht gerade die unteren Küchenschränke auf. Egal. Ich mache jetzt einfach die Augen zu. Und ich bete. Dass das Ausräumen der Küchenschränke bis halb 6 dauert. Und dass Kai beim Betreten der Wohnung keinen Zusammenbruch bekommt.

Da kam er also und räumte ohne einen negativen Kommentar das Chaos auf, beschäftigte Noah, während ich entspannen konnte. Es ist schade, dass er nicht auf die Feier konnte, aber ich bin froh, dass er da ist.

Ohje, ein Kind im Schlafanzug! – Die Geschichte einer Zugfahrt im Ruhrgebiet

Kennt ihr so Tage, an denen einfach alles doof ist? Heute morgen war ich mit meinem Sohn (fast 20 Monate) auf einer Hochzeit. Familienfeier. Pflichtveranstaltung. Weder mir, noch meinem Kind wichtig. Trotzdem waren wir da, einen Tag vorher angereist mit Koffer, Tragetuch mit Bus und Bahn.

Ich hasse so lange Bahnfahrten. Wäre ja alles in Ordnung, wenn nicht (vorwiegend westlich sozialisierte, explizit “deutsche”) Menschen ein riesen Drama machen würden, sobald ein Kind Mal nicht still, mit Schnuller im Buggy sitzt.

Wenn nochmal einer etwas gegen “Ausländer” sagt, dann muss ich ihnen entgegnen, dass diese Menschen meiner Erfahrung nach IMMER freundlich, hilfsbereit und vorallem kinderlieb waren. Ich habe bisher noch nie eine andere Erfahrung gemacht und diese Menschen (und Studenten, Obdachlose, teilweise andere Eltern und 50% der älteren Generation) sind auf solchen Fahrten meine Lichtblicke.

Nun gut, nach einer Horrorfahrt und Horrornacht mit wenig Schlaf, zu einer Horrorhochzeit mit müden und schlecht gelaunten Kind, dass natürlich nicht “funktioniert”. Also direkt nach dem Standesamt nach Hause gefahren, damit es nicht auch noch unter den weiteren Feierlichkeiten leiden muss.

Zu meinem Glück hat er den ersten Teil der Fahrt geschlafen. Und dann: Umstieg. Dabei ist er natürlich wach geworden. Wollte laufen. Lief. Verständnislose Blicke, dass mein Kind alleine die Treppen herunter darf. Da stehe ich mittlerweile drüber. Rolltreppe (ein riesen Spaß für ihn), gute Laune, alles super. Bahnsteig. Pfütze. Wutausbruch, weil er nicht in die Pfütze sollte. Ich biete ihm an andere Schuhe anzuziehen und damit durch die Pfütze zu laufen. Das war in Ordnung für ihn. Er lief 10 Mal durch die Pfütze, ist ein glückliches Kind. Eine Frau nimmt ihn an die Hand: “Du wirst noch dreckig!” (er hatte ja noch das Hemd etc von der Hochzeit an, aber das ist mir ja egal..). Er wehrt sich, ich stehe auf und rufe noch: “Lassen Sie ihn ruhig!” Da liegt mein weinendes und schreiendes Kind schon in der Pfütze.

Lustig, da ich nämlich keine langen Wechselsachen im Koffer hatte und es ziemlich kalt ist heute. Also ziehe ich ihm seinen langen Schlafanzug an, damit er nicht komplett durchnässt die restlichen 1,5h verbringen muss. Und Ernte blöde Kommentare auf dem Bahnsteig. Und im Zug auch nochmal. Und am nächsten Bahnsteig. Und im Zug dann wieder. Und ich bin genervt. Und mein Kind müde. Und ich bitte ihn: “Noah, setz dich bitte hier hin und iss dein Brötchen. Mama ist gerade ein bisschen schlecht gelaunt. Gleich kann ich mich wieder um deine Wünsche kümmern. Dass du hier sitzenbleibst ist gerade ein ganz großer Wunsch von mir!” Und tatsächlich blieb er sitzen und knabberte am Brötchen herum. Total lieb. Total ruhig. Und dann kam diese “nette” Frau die sich einmischt:

“Muss ihr Kind unbedingt einen Platz blockieren, der Zug ist doch eh schon so voll!”

“Ja, das muss er. Wenn Sie auf einen Platz angewiesen sind, können Sie gerne meinen haben.”

“Nein. Ein Kind in dem Alter hat im Kinderwagen zu sitzen oder zumindest auf dem Schoß. Er nimmt den anderen Fahrgästen den Platz weg. (Zustimmendes Nicken von anderen Personen)

Und überhaupt, können Sie ihn nicht anständig anziehen, dass ist nun wirklich keine Kleidung für dieses Wetter. Sie laufen ja auch nicht im Schlafanzug herum. Wo kommen wir denn dahin.”
Schlafanzugdiskussion die 15.? Nein, darauf lasse ich mich nicht ein. Nehme genervt mein Kind. Verabschiede mich und suche einen Platz in der Nähe einer Familie,die syrisch spricht.
Dort bekam mein Sohn etwas zu Essen angeboten (und ich auch) und es wurde mit ihm liebevoll gesprochen, ein Platz angeboten.

Wir steigen aus, in den Bus wo ich (oh Wunder) abermals auf dem Schlafanzug meines Sohnes angesprochen werde. Ich meine Hallo!?, haben die Menschen keine anderen Probleme?
Steige endlich zu Hause aus und es regnet. Mein Sohn möchte selber laufen. Gut, läuft er eben im Schlafanzug und wird nass.

Zu Hause angekommen, umgezogen, Essen gemacht und Mama hat immernoch schlechte Laune. Und mein Sohn? Der fordert natürlich und möchte bespaßt werden, obwohl Mama dieses Mal überhaupt keine Lust dazu hat.

Ich mecker ihn an, dass er alleine spielen soll. Er guckt mich entsetzt an und weint. Ich bin immernoch genervt, aber es tut mir leid. Also nehme ich ihn in den Arm, entschuldige mich, versuche es zu erklären und lasse ihn stillen (von ihm eingefordert). Also spiele ich die gut gelaunte Mama und hab den Eindruck, das macht auch nicht viel Sinn.

Hab mir einen Keks geholt und er wollte natürlich auch einen. Also hat mein zuckerfreies Kleinkind auch einen bekommen. Dann habe ich eine Baby-App runtergeladen und hab ihn 15 Minuten auf dem Handy tippen lassen. Er fand es erschreckend gut, mein medienfreies Kleinkind.

In der Zeit konnte ich immerhin wieder runterkommen..

Jetzt schläft er und ich frage mich, wie viele meiner Prinzipien ich wohl im Laufe seines Lebens noch brechen werde. Was macht ihr in so Situationen: Wenn ihr mit Kind alleine seid und einfach mal gar nichts geht?

Schwanger mit Noah: Das erste Trimester

Im ersten Trimester gab es zwei sehr emotionale Ereignisse: ein positives und ein negatives.

Das Positive ereignete sich am 03.05.2016. An diesem Tag um 8.52 Uhr begann das Herz unseres kleinen Engels zu schlagen. Natürlich wissen wir das nicht genau, aber irgendetwas in der Bindung zwischen Kathrin und dem kleinen Kind hat sich verändert. Und dieses “Etwas” hat sie zu Tränen gerührt und sie veranlasst diesen Zeitpunkt aufzuschreiben.

Keine zwei Wochen später, am 14.05.2016 ereignete sich das negative Erlebnis: Kathrin bekam Blutungen. Sie weinte und trauerte, bedeuten Blutungen im ersten Trimester nicht immer den Verlust des Kindes? Und da war es, das schlimmste Gefühl, dass sie jemals gespürt hat. Für ein paar Stunden wusste sie, wie es sich anfühlt sein Kind zu verlieren. Während Kathrin am Rande der Verzweiflung war, war in Kai ein tiefes Vertrauen. Eine innere Stimme, die ihm sagte, dass alles gut war.

Kathrin hat auch großes Vertrauen in ihre innere Stimme, aber die Angst, die Trauer und Verzweiflung schoben sich über diese und das Band zu ihrem Kind.

Wir fuhren ins Krankenhaus. Dort stellte sich heraus, dass es unserem kleinen Engel gut geht und die Blutungen von einem Hämatom in der Gebärmutter stammen. Zwar musste Kathrin jetzt für 1,5 Wochen liegen, aber gefährlich schien das nicht zu sein. Schon während die Ärztin das erklärte, legten sich die Stürme in Kathrins Wesen. Sie konnte wieder in sich hineinhören und ihr Baby spüren. Und dieses Baby sagte ganz deutlich: “Mach dir doch nicht solche Sorgen, mir geht es gut!”

Und das sagte es auch, während Kathrin sich auf der Krankenhaustoilette das erste Mal in dieser Schwangerschaft übergeben musste. Ebenso beim zweiten, dritten, vierten und auch beim achzehnten Mal. Kathrins Gewicht betrug zu diesem Zeitpunkt 54kg bei einer Größe von 1,68cm.

Aber zum Glück vergeht die Schwangerschaftsübelkeit mit der 12. Woche, oder?

Schwanger mit Noah: Der Test

Die Zeit des Wartens. Wenn man auf etwas wartet vergeht die Zeit erfahrungsgemäß langsamer. Wenn man nach dem Eisprung darauf wartet endlich testen zu können; ob es mit dem Schwangerwerden geklappt hat, vergeht sie noch viel langsamer. Dieses Gefühl kannte Kathrin schon ein paar Monate. Langsam schlichen sich Gedanken ein: “Kann ich überhaupt schwanger werden?” und “Warum klappt es bei uns nicht so schnell?”.

Generell dachten wir, dass es bei jungen Menschen wie wir es sind, irgendwie sofort klappen müsste. Hört man doch immer wieder von ungeplanten Schwangerschaften. Da muss es doch eigentlich sofort klappen, wenn man es darauf anlegt, oder?

Nein, es klappt nicht sofort, aber dieses Mal hat es geklappt. Und wir wussten es sofort.

Schon vor dem positiven Test hatte Kathrin eine besondere Vorliebe für rote Früchte und als wenn es unsere Umgebung geahnt hätte, bekam sie diese überall verarbeitet und unverarbeitet angeboten. Generell hat sich Noah bei vielen Menschen in unserer Umgebung frühzeitig angekündigt: Sei es durch Träume, ein Gefühl beim Ansehen von Babysachen oder ein plötzlicher Gedanke. Irgendwie haben es viele Menschen in unserer Umgebung geahnt.

Und dann war es soweit: Der Tag des Testens. Einen Tag bevor Kathrin ihre Periode bekommen sollte, machte sie einen Frühtest aus der Drogerie. Negativ.

Sie konnte es gar nicht glauben. Sie war sich doch so sicher, dass es dieses Mal geklappt hat. Kathrin weinte und war am Boden zerstört. “Es fühlte sich an, als wäre mein Kind gestorben.”, sagte sie später. “Wenn man sich so sicher ist und plötzlich zeigt dir ein Test an, dass du dich geirrt hast, glaubst du komischerweise dem Test und nicht deinem eigentlichen Gefühl.” Dabei sollte dieses Erlebnis nur umso deutlicher beweisen, dass man seinem Gefühl eigentlich immer vertrauen kann. Denn eine Woche später, zeigte der Test dann doch ein positives Ergebnis an.

Wir freuten uns unheimlich über unseren kleinen Engel. Schon am nächsten Tag rief Kathrin in den umliegenden Geburtshäusern und Hebammenpraxen an. Sie wünschte sich eine außerklinische Geburt. Ob diese nun im Geburtshaus oder zu Hause sein sollte, darüber musste sie sich noch klar werden, aber sie war sich sicher, ihr Kind nicht im Krankenhaus zur Welt bringen zu wollen.

Der errechnete Termin war der 28.12.2016 und das machte es schwierig. Gerade in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester machten viele Geburtshäuser und Hebammenpraxen Betriebsferien. Glücklicherweise konnten wir aber dennoch eine Hebamme finden, die uns betreuen wollte.

Lies hier, wie es Kathrin im ersten Trimester ergangengen ist…

Neujahrsvorsätze

Den Jahreswechsel haben wir zu dritt verbracht. Ganz gemütlich haben wir unseren Harry-Potter-Marathon beendet, den wir schon am 1. Weihnachtsfeiertag begonnen hatten.

Zwölf Minuten vor Mitternacht haben wir dann begonnen, die Erste von zwölf Kerzen anzuzünden. Im ein-minütlichen Abstand erhellte nach und nach eine weitere Kerze unser Wohnzimmer. Wofür die 12 Kerzen stehen fragt ihr euch sicher.

Um ehrlich zu sein, haben wir uns das auch gefragt. Dieses “Ritual” zu machen kam uns ganz spontan in den Sinn und da es kein bestehendes Ritual ist, hat es auch keine nachlesbare Bedeutung. Die 12 ist die vollkommene Zahl, 12 Monate hat das Jahr, 12 Stunden hat eine Tageshälfte, 12 Tierkreiszeichen haben wir, die 12 ist für uns einfach eine besondere Zahl.

Und dann war es soweit: Das neue Jahr hat begonnen und mit ihm ein gigantisches Feuerwerk. Wir hatten den Eindruck, dass die Menschen dieses Jahr besonders viel Feuerwerk gekauft und verschossen haben. Ging euch das auch so? Noah hat währenddessen seelenruhig geschlafen, den bringt einfach nichts aus der Ruhe.

Im neuen Jahr haben wir dann Wachsgießen gemacht. Das ist die eindeutig gesündere Alternative zum Bleigießen. Nächstes Jahr zeigen wir euch dann auch unsere Vorbereitungen hierfür.

Und ach ja, da war ja noch etwas. Die Sache mit den Vorsätzen ist natürlich auch nicht an uns vorbeigegangen.

Als Erstes den euch betreffenden Vorsatz: Wir nehmen uns vor in diesem Jahr unseren YouTube-Account weiterzuführen, diesen Blog zu beginnen (wie ihr seht klappt das ganz gut) und die sozialen Netzwerke zu pflegen.
Außerdem möchten wir die Jahresfeste mit der nötigen ruhe vorbereiten und feiern und wo wir beim Thema vorbereiten sind: Dieses Jahr soll es immer wöchentliche Speisepläne und damit verbundene Einkaufslisten geben.
Zuletzt soll unsere Ausbildung natürlich nicht zu kurz kommen, doch der für uns wichtigste Vorsatz ist: die kleinen Freuden des Lebens sehen und genießen, sowie ganz viel Liebe schenken.

Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr und wünschen euch, dass ihr eure guten Vorsätze einhalten könnt!

Eure Zwergenfamilie

Weihnachten 2016

Tanzende Schneeflocken, verschneite Wiesen und weiße Dächer mit rauchenden Schornsteinen. So stellt man sich die Landschaft an Weihnachten vor.
Doch auch dieses Jahr, war wieder einmal ein Weihnachten ohne den heiß ersehnten Schnee.

Während uns sonst der ausbleibende Schnee in der Weihnachtszeit traurig stimmte, haben wir dieses Jahr nur einen kurzen Augenblick daran gedacht. Viel zu sehr waren wir damit beschäftigt in das Gesicht unseres Sohnes zu blicken und uns jeden Moment aufs Neue verzaubern zu lassen.

Am 3.11.2016 erblickte Noah, acht Wochen eher als gedacht, das Licht der Welt (mehr dazu ein anderes Mal auf diesem Blog). Nachdem Kathrin und Noah am 3. Advent dann endlich nach Hause konnten, war die Freude darüber, einen so zauberhaften kleinen Jungen im Arm zu halten viel größer, als es jede Schneeflocke hätte hervorrufen können.

Wie ihr euch denken könnt, haben wir dieses Jahr nicht viel Zeit gehabt Geschenke vorzubereiten. Also haben wir uns etwas überlegt, über das sich jeder freut: Etwas Selbstgemachtes, leckeres und gleichzeitig etwas, das man im besten Fall auch noch für mehrere Personen gleichzeitig machen kann.

Wir haben uns also entschieden, für unsere Familien und engsten Freunde Bratapfelmarmelade, eine Spekulatiuscreme und einen Weihnachtskakao zuzubereiten und an Heiligabend zu verschenken. Außerdem sollte jeder noch eine gebastelte Karte mit Noah darauf bekommen.

Das Foto hat uns besonders viel Spaß gemacht. Noah liegt dafür auf einer Wolkendecke von Hessnatur, die wir zur Geburt geschenkt bekommen haben. Zwei Spucktücher bilden Flügel und Heiligenschein. Das hübsche Kleid ist übrigens das Taufkleid einer Freundin. Anschließend haben wir Noah dann eine Bienenwachskerze in die Hand gegeben, die er exakt für die Dauer des Fotos in der Hand behalten hat. Das Kerzenlicht hat Kai dann später nachbearbeitet.


Weihnachten ist zwar mittlerweile vorbei, aber vielleicht interessieren euch die Rezepte für die oben genannten Leckereien ja trotzdem. Ihr könnt sie dann ja nächstes Jahr verwenden. Von der Spekulatiuscreme haben wir die achtfache Menge genommen und davon 43 Personen beschenken können. Es handelte sich aber auch um kleine Gläser. Für die Bratapfelmarmelade haben wir (für die selben Personen) die vierfache Menge zubereitet und bei dem Kakao haben wir uns an die Angabe gehalten.

Die Rezepte haben wir übrigens hier gefunden: http://frauzuckerstein.de/last-minute-koestliche-hausgemachte-weihnachtsgeschenke/

Spekulatiuscreme

150 g Spekulatius

90 g weiße Schokolade

100 ml Milch

1 El Honig

30 g Zucker

50 g neutrales Öl

Die Spekulatius im Ofen bei 160 Grad für 20 Minuten rösten. Danach abkühlen lassen. In einen Gefrierbeutel geben und mit einem Teigroller die Kekse zerbröseln.

Die weiße Schokolade ebenfalls hacken und mit den Bröseln vermischen. Die Milch mit dem Honig und dem Zucker im Topf erhitzen. Danach zu dem Brösel – Schokoladenmix geben, ebenfalls das Öl untermischen. Alles gut verrühren und in Gläser füllen.

Die Spekulatiuscreme ist nur ca. 3 Wochen haltbar.

 

Bratapfelmarmelade

100 g gehackte Mandeln

500 g Äpfel

400 ml Apfelsaft

90 g Sultaninen

500 g Gelierzucker 2:1

1 Vanillenschote

Die Mandeln in einer Pfanne goldbraun anrösten. Die Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.

Die Gläser abkochen.

Den Apfelsaft zusammen mit den Äpfeln, den Sultaninen und dem Gelierzucker 5 – 10 Minuten kochen lassen. Das Vanillenmark aus der Vanillenschote herauskratzen und dazugeben, die Vanillenschote ebenfalls hineinlegen. Die Mandeln zum Schluss hineingeben und die Vanillenschote herausfischen.

Die Marmelade in die Gläser abfüllen. Die Gläser für 5 Minuten auf den Kopf stellen, danach wieder herumdrehen.

 

Hot Chocolate Mix für 250ml Milch

100 g Vollmilchschokolade

4 El Backkakao

3 P. Vanillinzucker

1/4 Tl Zimt

1/4 Tl Lebkuchengewürz

Die Schokolade raspeln oder reiben, dann alles zusammenmischen. Beim Anrühren muss die Milch unbedingt warm sein, damit die Schokolade schmelzen kann. Das Rezept gelingt natürlich auch wunderbar vegan!

Über die Geschenke haben sich alle sehr gefreut. Kathrins Oma fand die Bratapfelmarmelade etwas zu süß geraten und hat empfohlen, beim nächsten mal etwas Zitronensaft dazu zu geben.

Was habt ihr noch für leckere weihnachtliche Rezepte? Teilt sie gern mit uns in den Kommentaren, damit wir im nächsten Jahr viele neue Leckereien naschen können.

Eure Zwergenfamilie